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Schema anlegen

Oracle-Benutzer und Tablespaces für MTS anlegen

Dieser Artikel beschreibt das Anlegen der Oracle-Benutzer für MTS-Komponenten, die Vergabe von Quotas auf die vorgesehenen Tablespaces sowie die Prüfung der Anmeldung und der Speicherzuweisung.

Ziel

Für die Anwendungskomponenten werden eigene Oracle-Benutzer angelegt. Die Benutzer erhalten ihren Standard-Tablespace, einen temporären Tablespace sowie Quotas auf die benötigten Daten- und Index-Tablespaces.

Voraussetzungen

  • Die benötigten Tablespaces, zum Beispiel MTS_DATEN und MTS_INDEX, sind bereits vorhanden.
  • Die SQL-Befehle werden mit einem administrativen Oracle-Benutzer ausgeführt.
  • Die benötigten Größen für die Quotas wurden vorab anhand der Hersteller- oder Projektvorgaben geprüft.
  • Passwörter werden nicht in der Dokumentation hinterlegt, sondern sicher verwaltet.

Hinweis zur Benennung

Im Oracle-Kontext wird technisch ein Benutzer angelegt. Das zugehörige Schema entsteht dabei automatisch. In diesem Artikel wird daher von Benutzer gesprochen.

Benutzer anlegen

Beispiel: MTSCMEQS_TEST anlegen

CREATE USER MTSCMEQS_TEST
IDENTIFIED BY <sicheres_passwort>
DEFAULT TABLESPACE MTS_DATEN
TEMPORARY TABLESPACE TEMP
QUOTA 4096M ON MTS_DATEN;

ALTER USER MTSCMEQS_TEST
QUOTA 4096M ON MTS_INDEX;

Beispiel: MTS_PORTAL anlegen

CREATE USER MTS_PORTAL
IDENTIFIED BY <sicheres_passwort>
DEFAULT TABLESPACE MTS_DATEN
TEMPORARY TABLESPACE TEMP
QUOTA 1024M ON MTS_DATEN;

ALTER USER MTS_PORTAL
QUOTA 1024M ON MTS_INDEX;

Beispiel: MTS_WEBOF anlegen

CREATE USER MTS_WEBOF
IDENTIFIED BY <sicheres_passwort>
DEFAULT TABLESPACE MTS_DATEN
TEMPORARY TABLESPACE TEMP
QUOTA 1024M ON MTS_DATEN;

ALTER USER MTS_WEBOF
QUOTA 1024M ON MTS_INDEX;

Zuordnung zu Komponenten

  • Für Liferay-Portal: MTS_PORTAL
  • Für MTS.web OF: MTS_WEBOF

Rechte vergeben

Nach dem Anlegen des Benutzers werden die erforderlichen Rollen vergeben.

Beispiel für MTS_WEBOF

GRANT CONNECT, OBJEKTE TO MTS_WEBOF;

Dabei ist sicherzustellen, dass die Rolle OBJEKTE in der jeweiligen Umgebung vorhanden ist und für den vorgesehenen Einsatzzweck verwendet werden soll.

Hinweis

Benutzernamen mit Punkt, zum Beispiel mts.webof, sollten nicht verwendet werden. Es sind eindeutige, Oracle-konforme Namen wie MTS_WEBOF zu bevorzugen.

Quota prüfen

Die Quotas des aktuell angemeldeten Benutzers können wie folgt angezeigt werden:

SELECT * FROM USER_TS_QUOTAS;

Damit lässt sich prüfen, ob die Zuweisungen auf MTS_DATEN und MTS_INDEX korrekt gesetzt wurden.

Anmeldung prüfen

Die Anmeldung kann mit sqlplus getestet werden:

sqlplus MTS_WEBOF@XE

Alternativ kann die Anmeldung auch mit expliziter Benutzer-Passwort-Angabe erfolgen:

sqlplus MTS_WEBOF/<sicheres_passwort>@XE

Nach der Anmeldung sollte geprüft werden, ob die Tablespace-Quotas korrekt gesetzt wurden:

SELECT * FROM USER_TS_QUOTAS;

Quota-Größe ermitteln

Die erforderliche Größe der Quota sollte sich nicht an pauschalen Werten orientieren, sondern an den tatsächlichen Anforderungen der jeweiligen Komponente.

Als interne Referenz kann zum Beispiel folgende Dokumentation dienen:

https://ecgwiki.vngag.de/display/itinfrastructure/Systemanforderungen+MTS-Komponenten

Datafile-Größe prüfen und anpassen

Wenn ein Tablespace nicht mehr genügend freien Platz bietet, kann das zugehörige Datafile vergrößert werden. Vor der Änderung ist zu prüfen, welches Datafile dem betroffenen Tablespace zugeordnet ist und ob das Dateisystem ausreichend freien Speicherplatz besitzt.

Vorhandene Datafiles anzeigen

SELECT FILE_NAME, TABLESPACE_NAME, BYTES
FROM DBA_DATA_FILES;

In der Ausgabe ist das Datafile des betroffenen Tablespace zu ermitteln.

Beispiel: Datafile vergrößern

ALTER DATABASE DATAFILE '/usr/lib/oracle/xe/oradata/XE/users.dbf' RESIZE 4G;

Der Beispielpfad ist an die tatsächliche Umgebung anzupassen. Es darf nur das Datafile des betroffenen Tablespace geändert werden.

Ergebnis prüfen

SELECT FILE_NAME, TABLESPACE_NAME, BYTES
FROM DBA_DATA_FILES;

Nach der Vergrößerung sollte die Spalte BYTES den neuen Wert enthalten. Bei 4G ist ein Wert von 4294967296 Bytes zu erwarten.

Weitere Konfiguration

Nach erfolgreicher Anlage des Benutzers und Prüfung der Anmeldung muss der Benutzer gegebenenfalls zusätzlich in der Anwendung oder im Serverpool hinterlegt werden.

Best Practice

  • Keine produktiven Passwörter in der Dokumentation speichern.
  • Benutzer pro Anwendungskomponente getrennt anlegen.
  • Quotas passend zum tatsächlichen Bedarf und nicht pauschal vergeben.
  • Vor Änderungen an Datafiles freien Speicherplatz und betroffenen Tablespace prüfen.
  • Nur die tatsächlich benötigten Rollen vergeben.
  • Änderungen in produktiven Umgebungen nachvollziehbar dokumentieren.